Kurzmitteilung
Wichernscher Adventkranz, Foto © GartenAkademie.com

Am ersten Advent des Jahres 1839 hing im Rauhen Haus in Hamburg der erste Adventkranz, dessen Existenz historisch belegt ist. 23 Kerzen, Tannenschmuck und ein Wagenrad mit 1,20 Meter Durchmesser – so sah die Urform des beliebten Adventgestecks bei seiner „Erfindung“ in der Hansestadt aus.

Der 31-jährige evangelische Pfarrer Johann Hinrich Wichern hing damals im Betsaal der von ihm gegründeten Anstalt zur Betreuung gefährdeter Jugendlicher einen wagenradgroßen Holzleuchter auf und entzündete darauf am ersten Adventsonntag die erste Kerze. Wicherns Idee war, den Kindern mit diesem Adventskranz die Zeit des Wartens der Vorfreude auf das nahende Weihnachtsfest anschaulich zu machen. An den Adventsonntagen wurde eine zusätzliche große Kerze entzündet. Für jeden weiteren Tag kam eine rote Kerze dazu – bis zum Heiligen Abend. Also waren Adventkränze ursprünglich mit vier großen weißen und 18–24 kleinen roten Kerzen geschmückt. Den längsten Advent feiern wir immer dann, wenn der Heilige Abend auf einen Samstag fällt.

Wichern Adventskranz © Rauhes Haus, Hamburg
Wir danken dem Rauhen Haus, Hamburg, das uns Fotos historischer Zeichnungen des Wichernschen Adventskranzes zur Verfügung gestellt hat.

1851 wurden nur die Wände des Betsaals im „Rauhen Haus“ mit Tannenzweigen geschmückt. Die Tradition, den Adventkranz selbst mit Reisig und weißen Bändern zu schmücken, entstand erst 1860.

Die Klassiker unter den Adventkränzen sehen heute meist anders aus. Sie sind aus Tannenreisig gebunden, nur noch vier Kerzen sind geblieben, aber geschmückt wird auch heute noch mit Bändern, Schleifen und Zapfen.

Moderner Adventskranz © GartenAkademie.com
Moderner Adventskranz © GartenAkademie.com

Adventkränze sind reich an Symbolik:

  • Das Grün der Tannenzweige stellt die Farbe des Lebens dar.
  • Der Kreis symbolisiert die mit der Auferstehung gegebene Ewigkeit des Lebens.
  • Der Kranz an sich wird gern in Bezug auf den Erdkreis mit seinen vier Himmelsrichtungen gedeutet.
  • Die Kerzen stellen das kommende Licht dar, das am Heiligen Abend die Welt erleuchtet.
  • Die überlieferten Farben des Advents sind Rot und Grün. Wer Wert auf Tradition legt, wird diese Farben für den Kranz bevorzugen.
  • Gold, Silber und Weiß sind die Farben für festliche Anlässe. Besonders in der Weihnachtszeit beliebt, verleihen die drei Farben dem rustikalen Tannengrün der Nadelzweige einen feierlichen Akzent.


Von der symbolischen Bedeutung der einzelnen Kerzen erzählt die Geschichte „Die vier Kerzen“:

Vier Kerzen brannten am Adventkranz. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen.
Die erste Kerze seufzte und sagte: „Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden.“
Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.
Die zweite Kerze flackerte und sagte: „Ich heiße Glauben. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne.“
Ein Luftzug wehte durch den Raum, und die zweite Kerze war aus.
Leise und traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort. „Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen.“
Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.
Da kam ein Kind in das Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte: „Aber, aber, Ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!“ Und fast fing es an zu weinen.
Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte: „Hab keine Angst! Solange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße Hoffnung.“ 
Mit einem Streichholz nahm das Kind Licht von dieser Kerze und zündete die anderen Lichter wieder an.
(Verfasser unbekannt)

 

Weitere Informationen, nützliche Tipps und Schritt-für-Schritt-Anleitung, dekorative Kränze und Girlanden für alle Feste im Jahreskreis finden Sie in diesem Buch:

Kränze und Girlanden
Kränze und Girlanden – gebunden, gesteckt, geklebt, gewunden

von Barbara P. Meister

Cadmos Verlag
ISBN 978-3-8404-3011-4
€ 19,99

 

 

 

Der Adventkranz und seine Geschichte

Florale Glücksbringer

Gluecksklee©GartenAkademie.COM

Heute ist Silvester. Der letzte Tag des Jahres erhielt seinen Namen 1691 durch Papst Innozenz XII. – er erklärte ihn zum Namenstag des heiliggesprochenen Papstes Silvester I. (Pontifikat von 314 bis 335). Wer heute zum Jahreswechsel mit seinen Gastgeschenken im Trend liegen will, wählt florale Glücksbringer.

DAS florale Glückssymbol: Der Glücksklee

Schon zur Zeit der Druiden galt vierblättriger Klee als Glückssymbol. Über die Jahrhunderte hat Glücksklee dann in vielen weiteren Kulturen Bedeutung als Glückssymbol erlangt.
Sein Blätter symbolisieren die vier Himmelsrichtungen und die vier Elemente – Feuer, Erde, Wasser und Luft – im Christentum das Kreuz Christi.
Eva soll ein vierblättriges Kleeblatt als Andenken aus dem Paradies mitgenommen haben – daher heißt es, dass jemand, der vierblättrigen Klee besitzt, ein Stück vom Paradies besitzt.
Eine andere Legende erzählt von Menschen, die durch den Fund von vierblättrigem Klee die Abfahrt eines Schiffes verpassten und so einem Untergang entkamen.
Wer wunderschöne Träume haben will, legt vierblättrigen Klee unter sein Kopfkissen.
Wer in der Wiese vierblättrigen Klee findet, darf einen Wunsch äußern, der in Erfüllung geht.

Der bei uns häufig anzutreffende dreiblättrige Klee hingegen ist Symbol für die Dreifaltigkeit Gottes und hat aufgrund seine Häufigkeit keine Bedeutung als Glücksbringer.

Andere Glück und Segen bringende Symbolpflanzen sind Lorbeer, Rosmarin, Efeu, Mistel, Ilex (Stechpalme). Seit einigen Jahren auch bei uns bekannt ist der aus Asien stammende „Lucky Bamboo“ – eigentlich gar kein Bambus, sondern eine Art des Drachenbaums Dracaena sanderiana.

Gluecksbringer soweit das Auge reicht; Foto © garteneidechse, fotolia.de
Gluecksbringer soweit das Auge reicht; Foto © garteneidechse, fotolia.de

Als Geschenk dekoriert und mit viel Glück „beladen“ verlassen Tausende vierblättrige Glückskleepflanzen (Oxalis tetraphylla, Oxalis deppei) in dieser Woche unsere Gärtnereien.

Tipp: Wer auf Nummer sicher gehen möchte, schmückt das florale Silvester-Geschenk noch mit anderen Glücksbringern wie Schornsteinfeger oder Hufeisen.

Seit jeher zählen Feuerstelle und Kamin als Gefahrenherde im Haus. Ungereinigte Kamine sollen Blitze bei Gewittern stärker anziehen als saubere. Da der Schornsteinfeger durch seine Arbeit unsere Häuser vor Blitzschlag und Feuer bewahrt, gilt er als Glücksbringer.

Die Legenden um die glücksbringende Wirkung des Hufeisens geht auf die Germanen zurück. Die Götter Wotan und Odin ritten auf einem achtbeinigen Pferd durch den Himmel. Verlor dieses Götterpferd ein Hufeisen, so sollte es dem Finder Glück bringen. Auch im Mittelalter konnte sich derjenige eine Belohnung erwarten, der einem Ritter das Hufeisen zurückbrachte, das dessen Pferd verloren hatte. Am Türbalken befestigt, beschützt das Hufeisen das Haus und die Bewohner.

Weihnachtsbaum – der schönste Baum

Weihnachtsbaum im Hamburger Rathaus, 2012 © GartenAkademie.com
Weihnachtsbaum im Hamburger Rathaus
Weihnachtsbaum im Hamburger Rathaus

Haben Sie Ihren „Grünen Mitbewohner auf Zeit“ schon ins Haus geholt, oder steht Ihnen die schwere Auswahl noch bevor? Wird es eine weichnadelige Tanne, eine silberblaue Fichte oder eine duftende Douglasie? Soll er klein, mittel oder groß sein? Schlank oder mollig?

  • Wer auch zu Weihnachten Wert auf Nachhaltigkeit legt, kauft einen „lebenden“ Weihnachtsbaum im Topf. Kontrollieren Sie beim Kauf, ob der Wurzelballen rundum gut durchwurzelt ist. Der Baum sollte schon einige Zeit im Topf gewachsen sein und nicht mit frisch ausgestochenem Ballen im Gefäß stecken. Tauchen Sie den gesamten Wurzelballen inkl. Topf in einem großen Wasserbehälter unter, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen und lassen Sie ihn dann gut abtropfen. Idealerweise verbringt Ihr grüner Weihnachtsgast die Feiertage nach einer gewissen Eingewöhnungsphase in einem kühlen, hellen Raum. Ein Wintergarten mit 5–8 °C Raumtemperatur ist z. B. bestens geeignet. Vermeiden Sie sprunghafte Temperaturwechsel, denn der Baum war bereits in Winterruhe und muss sich für kurze Zeit an „sommerliche“ Temperaturen gewöhnen. Gegossen wird jeden zweiten Tag.  Spätestens nach bis fünf bis acht Tagen sollte er wieder – bei Schritt für Schritt sinkenden Temperaturen abgehärtet – ins Freiland entlassen werden. Wenn der Boden noch offen – also nicht gefroren – ist, können Sie Ihre neue Tanne gleich an ihrem neuen Standort im Garten pflanzen und gut einwässern. Eine zusätzlich dicke Schichte aus Rindenmulch auf der Baumscheibe schützt den Wurzelballen vor Frost. Falls der Baum den Winter über im Topf bleibt, sollte er jeden zweiten Tag gegossen werden, um nicht der Frosttrocknis zum Opfer zu fallen. Außen herum erhält der Topf eine dicke Manschette aus Kokosfaservlies, dann steht der Überwinterung nichts mehr im Wege.

Wer keinen Garten hat, entscheidet sich eher für einen geschnittenen Baum. Hier finden Sie ein paar nützliche Tipps – für den Weihnachtsbaumkauf und die Zeit danach …

  • Entscheiden Sie sich bevorzugt für heimischen Weihnachtsbäume – diese wurden zum besten Zeitpunkt geschnitten, um eine lange Haltbarkeit zu garantieren und haben einen kurzen, schonenden Transport hinter sich.
  • Richtet sich Ihr Gartenleben nach dem Mondkalender? In den meisten Christbaumkulturen beginnt die „Ernte“ Ende November. Drei Tage vor dem 11. Vollmond des Jahres ist laut Mondkalender der beste Zeitpunkt, um einen Baum zu schneiden, der nicht nadeln wird. Der 11. Vollmond war dieses Jahr am 17. November. Manche Anbieter markieren diese, speziell nach dem Mondkalender geschnittenen Bäume.

Tipps zur Qualitätsbeurteilung:

  • Frische Bäume verlieren keine Nadeln, wenn Sie vorsichtig „gegen den Strich“ über die Zweige streichen.
  • Wenn der Baum schon ein paar Tage vor Weihnachten in Ihren „Vier Wänden“ Einzug hält, versorgen Sie ihn in der Zwischenzeit gut mit Wasser und stellen Sie ihn an einen möglichst kühlen Ort – auf den Balkon, Dachboden oder in den Keller.
  • In modernen Weihnachtsbaumständern ist ein Wasserreservoir integriert – auch hier muss allerdings regelmäßig Wasser nachgefüllt werden, denn unsere Wohnräume bieten praktisch „Wüstenklima“.

Weihnachtsstern-Kranz • Poinsettia Wreath

Weihnachtssternkranz © GartenAkademie.com

Zum Höhepunkt der Adventzeit bieten wir allen Weihnachtsstern-Freunden eine spezielle „Last-Minute-Deko-Idee” für größere Innenräume wie Ihr Wohnzimmer, den Altarbereich in Kirchen, Eingangshallen …

Short before Christmas, we have a special „Last-Minute-Idea“ for all Poinsettia-fans: What about an large „Indoor-Poinsettia-Wreath“ – with this wreath you may decorate your living-room, the sanctuary of a church or the entrance area of a house …

Sie benötigen Ranken – zum Beispiel von Waldreben (Clematis alpina), 15–20 Mini-Weihnachtssterne im Topf (Euphorbia pulcherrima), Tannenzweige, Alufolie und rotes oder grünes Krepppapier, Naturbast.

You’ll need vines – for example of Alpine clematis (Clematis alpina), 15-20 potted Mini-Poinsettias (Euphorbia pulcherrima), fir branches, aluminum foil and red or green crêpe paper, raffia.

1.) Winden Sie einen lockeren Kranz aus den Ranken. Es sollte genug Freiräume geben, um einzelne Tannenzweige in den Kranzkörper zu ziehen und die kleinen Töpfe darin zu fixieren.

1.) Wind a loose wreath from of the clematis vines. It should be possible to drag some of the fir branches between the vines and also to fix the little pottes in the spacings.

2.) Tauchen Sie die Weihnachtsstern-Töpfe in handwarmem Wasser und lassen Sie sie anschließend gut abtropfen.

2.) Dip the poinsettia pot in lukewarm water and drain thoroughly.

3.) Anschließend hüllen Sie den Topf in Alu-Folie und umwickeln ihn dann mit Krepppapier. Diese Manschette befestigen Sie mit einer Bastschleife.

3.) Then, wrap the pot in aluminum foil and then wrap it with crêpe paper. Fasten this „collar“ with a raffia bow.

4.) Verteilen Sie nun einige Tannenzweige und die Weihnachtssterne im Rankenkranz.

4.) Disperse the decorated poinsettias in the wreath, some fir branches will hide spacings.

Vine-Wreath@GardenAcademy.eu

Poinsettia-Wreath2@GardenAcademy.eu

Poinsettia-Wreath3@GardenAcademy.eu

Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Wissenswertes rund um „Kränze und Girlanden“ finden Sie in unserem gleichnamigen Buch …

Kränze und GirlandenKränze und Girlanden
von Ing. Barbara P. Meister MA

128 Seiten, Format 17 x 24 cm, broschiert
ISBN 978-3-8404-3011-4
CADMOS Verlag, www.cadmos.de