Percussion aus dem Garten

Lagenaria © GartenAkademie.com

Haben Sie sich dieses Jahr selbst über das simple aber platzfordernde Experiment „Kalebasse im Garten“ gewagt? Oder auf einem der vielen Kürbisfeste einen dekorativen Flaschenkürbis gefunden? Sie fragen sich, was Sie mit dem guten Stück nun anfangen sollen? Dann haben wir in unserem herbstlichen Themenschwerpunkt „Kürbis & Kalebasse“ vielleicht die richtige Idee für Sie parat. Heute geht’s um das afrikanische Percussion-Instrument Axatse, die kleine Schwester der Shékere. Beide Hohlkörper-Rasseln nützen die Kalebasse als Klangkörper. Allerdings wird die Axatse am Griff nicht aufgeschnitten, wie man es von der Shékere kennt.

Axatse © GartenAkademie.com
Axatse © GartenAkademie.com

Abgesehen von Ihrer Kalebasse brauchen Sie, bevor es mit dem Basteln losgehen kann, jede Menge Geduld. Unter einem halben Jahr lässt sich da kaum etwas machen, denn so lange braucht eine durchschnittlich dicke, in Europa gewachsene Kalebasse, um vollständig auszutrocknen. Dazu lagern Sie die Frucht möglichst warm, trocken und luftig. Erschrecken Sie nicht, wenn sich während des Trockenvorgangs auf der Oberfläche des Kürbisses bunte Schimmelpilzrasen bilden. Diese sind völlig normal und verleihen jeder Kalebasse ihr individuelles Aussehen.

Die Kalebasse ist vollständig getrocknet, wenn Sie die Kerne in ihrem Inneren rascheln hören und die Frucht hölzern und hohl klingt, sobald Sie darauf klopfen. Nun können Sie sich an die Arbeit machen.

 

Noch ein Tipp, bevor es los geht: Tragen Sie bei allen Arbeiten mit Kalebassen auf jeden Fall eine eng anliegende Staubmaske über Mund und Nase sowie Gummihandschuhe und Arbeitskleidung. Flaschenkürbisse enthalten eine große Menge an Bitterstoffen und der feine Staub, der beim Arbeiten entsteht, setzt sich in allen Poren fest. Gelangt er in Mund oder Nase, bekommen Sie den bitteren Geschmack über Tage nicht mehr los.

1. Reinigen

Sie benötigen:
1 getrocknete Kalebasse mit Hals
1 Staubmaske pro mitarbeitender Person
1 Edelstahl-Spiral-Topfreiniger
1 Paar Gummihandschuhe
ev. Lackfarbe zum Bemalen
Lauwarmes Wasser in Eimern

Weichen Sie die Kalebasse ein paar Minuten in lauwarmem Wasser ein und reiben Sie dann mit dem Topfreiniger in kreisenden Bewegungen die Oberhaut mit dem Schimmelrasen ab. Übrig bleibt die braune Frucht mit ihrem individuellen, fleckigen Muster. Lassen Sie den Flaschenkürbis anschließend gut trocknen.
Arbeiten Sie am besten im Freien, so werden Sie durch die sich lösenden Schimmelpilzsporen nicht beeinträchtigt. Nun können Sie den Kürbis auf Wunsch bunt bemalen.

2. Perlennetz knüpfen

Sie benötigen:
1 gewaschene, trockene Kalebasse
mind. 16 Perlgarn-Doppelschnüre, ca. 50 cm lang (abhängig von der Größe des Kürbisses)
100–200 Perlen zum Auffädeln (Hiobstränen, Keramikkugeln, Holzperlen, Kaurischnecken oder Plastikkugeln), ev. unterschiedlich groß oder verschiedenfarbig

Befestigen Sie die erste Schnur locker um den Kürbishals und knoten Sie in regelmäßigen Abständen an diesem Band die anderen Perlgarn-Doppelschnüre fest.  Nun verknoten Sie jeweils die benachbarten, senkrechten Perlschnüre mit einem Doppelknoten. Im nächsten Arbeitsschritt fädeln Sie rundum eine Reihe Perlen auf. Diese fixieren sie, in dem Sie die beiden benachbarten Schnüre durch Doppelknoten verbinden. Weiter geht’s im Netzmuster und nach jedem Doppelknoten wird wieder eine Perle aufgefädelt. Achten Sie darauf, dass das Netz nicht zu eng am Kalebassenkörper aufliegt. Sobald der Kürbis im Netz eingehüllt ist, verknoten Sie alle Schnüre miteinander und fertig ist Ihr selbst gebautes Profi-Percussion-Instrument!
So wird die Axatse gespielt … 

Ein kurzer Lehrfilm zum Axatsen-Bau in englischer Sprache …

Zierkürbisse: Der Herbst wird bunt!

Herbststilleben © GartenAkademie.com

Efeukranz mit Zierkürbissen, Ziergurken und Chili © GartenAkademie.com

Kürbisse sind zwar die größten Beeren der Welt, doch nicht alle Sorten sind essbar.

Zierkürbisse begeistern uns durch ihre ausgefallenen Farbkombinationen und ungewöhnlichen Formen. Es gibt sie in weiß, gelb, orange, gelb-grün, gestreift, gepunktet, gewarzt, birnenförmig, hantelförmig, rund und oval. Im Gegensatz zu den Speisekürbissen eigenen sich reine Ziersorten nicht zum Verzehr – sie sind sehr hart und ihr Fruchtfleisch enthält Bitterstoffe. Auch manche bunten Speisekürbissorten wie ‘Turk’s Turban’ und ‘Sweet Dumpling‘ haben hohen Zierwert, daher werden sie oft für Zierkürbisse gehalten.

Präsentieren Sie Zierkürbisse in ihrer ganzen Farbenpracht – als Dekorelemente in herbstlichen floralen Arrangements, kunstvoll bemalt oder als Gefäß für bunte Tischdekorationen. Lassen Sie sich inspirieren und verschönern Sie Ihr Zuhause mit diesen attraktiven Früchten – denn mit Zierkürbissen wird dieser Herbst erst so richtig fröhlich! Stilvolle Partner für florale Arrangements mit Kürbissen sind die typischen Blüten und Früchte der Saison: Dahlien, Astern, Chrysanthemen, Sonnenblumen (auch verblühte ohne gelbe Strahlenblüten), Staticen, (Zier-)Maiskolben, Zieräpfel, Hagebutten, buntes Herbstlaub.

Unser Tipp: Achten Sie darauf, dass die Kürbisse unverletzt und ihre Stiele fest und leicht verholzt sind – grüne Stiele sind ein Indiz für unreife Früchte. Warm, trocken und luftig aufbewahrt zieren die kleinen Früchte Ihre Wohnung Monate lang. Manche trocknen innerhalb eines halben Jahres völlig aus und können dann zu Rasseln verarbeitet werden.

Rund um den Kürbis

Kuerbis_03©GartenAkademie.jpg

Winterkuerbisse © GartenAkademieBotanisch gesehen ist der Kürbis die größte Beere der Welt. Die „alte Heimat“ der vielgestaltigen Früchte ist der Süden der USA, Mexiko und Südamerika.

Kürbisse sind Pflanzen der Superlative. Ihre Kulturgeschichte ist 10.000 Jahre alt.
 Ihre größten Früchte erreichen ein Gewicht bis zu 821 kg, ihre kleinsten Früchte sind gerade mal so groß wie eine Euro-Münze.

Derzeit sind ca. 850 Sorten bekannt und jährlich werden es mehr. So vielfältig wie ihre Formen und Farben, so verschieden sind die
Sorten im Geschmack und damit in der Verwendung.

Viele Speisekürbisse eignen sich gut als Gemüsebeilage, als Suppen, zum Pürieren, für traditionelles „Pumpkin-Pie“, zum Grillen oder Braten. Als Rohkost, Salat und zum Einlegen eignen sich die flachen ‘Patisson‘-Sorten, pikant gefüllt schmecken ‘Turban’ und ‘Bischofsmütze’. Süße Desserts, Kuchen, Muffins, Kürbistiramisu, Kürbiskompott oder Kürbiseis werden aus süßfruchtigen Sorten wie ‚Sweet Dumpling‘ hergestellt.

Unser Tipp: Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Kürbis einen harten Stielansatz aufweist und unverletzt ist. Die Wintersorten erkennen Sie am runden Stielansatz. Diese Kürbisse sind mehrere Monate haltbar, wenn sie luftig und trocken gelagert werden. Profis legen die dekorativen Riesenbeeren auf einen Strohkranz oder in einen Korb mit Nüssen – so ist gewährleistet, dass sich unter dem Kürbis keine Feuchtigkeit bildet.

Termine rund um den Kürbis

21. September 2013: Kürbisfest in Fürstenfeld
5. Oktober 2013: Österreichische Riesenkürbis Staatsmeisterschaft auf dem Gelände der „Garten Tulln“
25. bis 27. Oktober 2013: Kürbisfest im Retzer Land
26. Oktober 2013: Kürbisfest in Zellerndorf
26. und 27. Oktober 2013: Kürbisfest Am Himmel

Ihr Kürbisfest fehlt noch in unserer Terminübersicht? Schreiben Sie uns!

Kleinvieh macht auch Mist …

Caruso und seine Freundinnen © Jürgen Höck
Caruso und seine Freundinnen © Jürgen Höck
Caruso und seine Freundinnen © Jürgen Höck

… das ist allgemein bekannt: aber wohin nun mit dem Mist von Caruso und seinen Freundinnen?
Welche Methoden gibt es, um Hühnermist als Dünger im Hausgarten zu verwenden?

Das Gute vorweg: Geflügelmist ist sehr nährstoffreich und unsere Pflanzen freuen sich, wenn sie mit organischem Dünger versorgt werden. Bei organischen Düngern schwankt das Nährstoffverhältnis stark – in diesem Fall ist es abhänging vom Hühnerfutter und von der Tierhaltung. Umso glücklicher das Huhn, umso besser sein Mist.
Beim Hühnermist nimmt man folgende Durchschnittswerte (Nährstoffgehalt in kg/t) an:

Stickstoff (N) : Phosphor (als P2O5) : Kali (als K2O) = 28 : 17 bis 21 : 15
Zusätzlich findet man noch Magnesium (6 kg/t) , Kalk (43 kg/t) und etwas Kupfer (0,2 kg/t) im Hühnermist.
Somit wirkt das Nährstoffverhältnis sehr ausgewogen.

Die Pflanze benötigt Stickstoff für das vegetative Wachstum – also das Längenwachstum und die Bildung von Blättern. Auch fördert Phosphor das generative Wachstum – die Bildung von Blüten. Den relativ hohen Gehalt an Stickstoff und Phosphor im Hühnermist kann die Pflanze also am besten im Frühjahr und während der Vegetationsphase „verarbeiten“.

Folgende Empfehlung für die Verwendung von Hühnermist als Flüssigdünger im Hausgarten hat sich bewährt:

Den eingesammelten Hühnermist mit Wasser im Verhältnis 1:3 zu einer Brühe vermengen.
Anschließend diese Brühe nochmals mit Wasser im Verhältnis 1:10 verdünnen.
Diese Mischung wie gewohnt mit der Gießkanne als Flüssigdünger ausbringen.

Bei der Verwendung von Flüssigdünger empfehlen wir, folgende Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten:

  • Düngen Sie nicht auf trockenen Boden.
  • Im Zweifelsfall den Dünger lieber stärker verdünnen – also mit mehr Wasser anrühren – und dafür öfter düngen.
  • Flüssig gedüngt wird in unseren Breiten von Mai bis Ende August. Danach stellt man diese zusätzliche Nährstoffversorgung ein, da die Pflanzen „abschließen” und sich auf die Vegetationsruhe vorbereiten müssen.
  • Düngen Sie am besten früh morgens oder abends und nicht, wenn Sonne auf die Pflanzen scheint.
  • Wer Verbrennungen auf Blättern und Blüten verhindern will, braust die Pflanzen nach dem Düngen kurz mit klarem Wasser ab.
  • Düngen Sie im Abstand von 8 bis 14 Tagen.
  • Keimlinge und Jungpflanzen dürfen nicht gedüngt werden, da für sie in der Erde genug Nährstoffe vorhanden sind – für einen guten Start ins Pflanzenleben.
  • Nach der Pflanzung erfolgt mindestens über 14 Tage keine zusätzliche Flüssigdüngung, bis die Pflanze eingewurzelt ist und die Stresssituation eines Standortwechsels „verkraftet“ hat.

Anhänger der Kompostwirtschaft …
kompostiert den eingesammelten Hühnermist und arbeiten dann die angereicherte Komposterde im Garten ein.

Weiterführende Links: 
• Interessantes rund um Hahn und Hennen gibt’s in Kürze auf „Lebensraum Vorgebirge” – dort lebt auch Caruso glücklich mit seinen Freundinnen.
Für nähere Beschäftigung mit dem Thema Geflügelmist (in der Landwirtschaft) empfehlen wir diesen Fachartikel …

Danke an Caruso und seine Freundinnen für ihre Modelfunktion und an Jürgen Höck für dieses schöne Foto!